Wie berechnen Speditionen ihre Preise?

Wie berechnen Speditionen ihre Preise?


Täglich erreichen uns die verschiedensten Preisanfragen für die unterschiedlichsten Transporte. Immer wieder fallen dabei Anrufer*innen aus allen Wolken, wenn sie unsere Preise hören - manchmal, weil sie so niedrig sind, manchmal, weil sie so hoch erscheinen.

Heute möchten wir einmal aufklären, welche typischen Denkfehler es bei Speditionspreisen gibt und was jeweils dahinter steckt.

“Sie können doch einfach beiladen!”

Viele Kunden kennen bereits das Konzept der “Beiladung”. Bei einer Beiladung passiert folgendes: Ein Fahrzeug wird bereits für einen Transportauftrag eingesetzt, ist aber noch nicht voll beladen. In solch einem Fall kann das Fahrzeug einen Umweg fahren, um noch mehr Ware mitzunehmen - also noch eine Sendung “beizuladen”.

In der Regel sorgt bereits der erste Transportauftrag für einen kostendeckenden Transport beim Frachtführer. Dadurch wird die Beiladung um einiges günstiger, als wenn sie mit einem eigenen Fahrzeug transportiert werden müsste.

Das Problem ist, dass Beiladungen nicht immer so einfach machbar sind. Die Voraussetzung ist eben, dass bereits ein anderes Fahrzeug auf einer ähnlichen Strecke unterwegs ist oder bald sein wird. Dieses Fahrzeug muss ausreichend Platz für die Beiladung frei haben - sowohl vom reinen Platz, als auch vom Ladegewicht her. Noch dazu muss diese “Original”-Strecke lang genug sein, damit in der Zwischenzeit die Beiladung aufgenommen und abgeladen werden kann - natürlich ohne zu größeren Verzögerungen bei der Original-Sendung zu führen.

In vielen Fällen ist deshalb keine schnelle Beiladung möglich.

“Das sind doch nur wenige Kilometer!”

Gerade bei Transportanfragen für eine sehr kurze Strecke wird auch ein sehr niedriger Transportpeis erwartet. Das ist auch grundsätzlich richtig, da viele Transportkosten pro Kilometer berechnet werden. Da gilt intuitiv: Wenige Kilometer = kleinerer Preis.

Es gibt jedoch einen gewissen Mindestaufwand, der unabhängig von der gefahrenen Strecke entsteht. Das liegt unter anderem an:

  • dem Zeitaufwand für die Anfahrt zur Ladestelle,
  • dem Zeitaufwand für das Beladen an der Ladestelle,
  • dem Zeitaufwand für das Entladen an der Entladestelle,
  • der Tatsache, dass das Fahrzeug in der Zeit nicht für andere, größere Strecken eingesetzt werden.

Daraus folgt, dass ein Transport per Spedition immer einen gewissen Mindestpreis hat, auch bei kleinen Strecken.

“Das können Sie doch einfach zwischen die Paletten legen.”

Regelmäßig gibt es Dinge zu transportieren, die noch nicht auf Paletten sind oder vielleicht auch gar nicht auf Paletten passen. Das können lange Rohre, Holzbalken oder auch Stahlträger sein. Bei solchen Dingen liegt die Idee nahe, das einfach zwischen oder neben die Paletten auf einen LKW zu legen. Dadurch ließe sich vielleicht sogar Platz nutzen, der sonst leer bliebe - noch eine Kostenersparnis.

Im täglichen Güterverkehr funktioniert das so leider nicht.

Transportgut muss immer ordentlich gesichert werden, damit das Leben der Fahrer*innen und anderer Verkehrsteilnehmer*innen sicher bleiben. Deshalb lassen sich Rohre nicht einfach zwischen Paletten klemmen, sondern müssen durch Spanngurte und anderes Sicherungsmaterial befestigt werden. Inklusive aller Sicherungen nimmt so ein Rohr wesentlich mehr Platz weg und es gibt keine “Platzersparnis”.

Wie sich Speditionspreise berechnen

Für Speditionspreise spielen also vor allem folgende Faktoren eine wichtige Rolle:

  • Rund um die Transportstrecke: Länge in Kilometern, ggf. Grenzübergänge und zu überwindene Höhenmeter (betrifft gerade LKW, die mit Steigungen kämpfen),
  • Rund um die Jahreszeit: Feiertage, Brückentage, Winterzeit (Glatte Straßen, schlechte Sicht, häufigere Unfälle…),
  • Rund um das Transportgut: Manche Waren eignen sich nur für bestimmte Fahrzeuge. So können z. B. Schüttgüter wie Sand oder Mehl, die nicht auf einen normalen LKW passen.
  • Rund um die Transportdauer: Transporte per Sammelgut sind günstig, dauern aber auch länger. Wenn es schnell gehen muss, wird häufig ein Kurierdienst-Transport notwendig.
  • Rund um die Lade-/Entladestelle: Manche Ladestellen haben keinen Gabelstapler und keine Rampe, obwohl viele LKW genau darauf ausgelegt sind. In solchen Fällen muss häufig der LKW einen sogenannten Mitnahmegabelstapler mitführen - was wiederum teurer ist.

Sprechen Sie uns im Zweifel gerne an - wir sprechen mit Ihnen über die verschiedenen Möglichkeiten und Preise für Ihren Transport.



Sven Meyer

Geschrieben von: Sven Meyer

Studierter Wirtschaftsinformatiker & ausgebildeter Großhandelskaufmann. Seit 2009 bei vardea, seit 2017 als Gesellschafter-Geschäftsführer.

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