Ein Kleintransporter als Vektorgrafik.

Was ist ein Kleintransporter?


Für die verschiedenen Transporte werden auch die verschiedensten Fahrzeugarten benötigt. Im Logistik-Lexikon stellen wir deshalb neben den verschiedenen Fachbegriffen auch konkrete Fahrzeugtypen vor. Heute ist der Kleintransporter dran.

Was ist ein Kleintransporter?

Der Begriff Kleintransporter wird mitunter für sehr unterschiedliche Fahrzeuge gebraucht. Dabei reicht die Palette vom ausgebauten Kombi mit Hochdach bis zum Kastenaufbau oder Vollkoffer mit Kühlung und Ladebordwand.

Generell werden unter “Kleintransporter” alle Fahrzeuge gefasst, die unterhalb des Transport-LKW zu finden sind. Oftmals wird die Grenze von 7,5 Tonnen zulässiger Gesamtmasse als Anhalt genommen. Bis zu dieser Begrenzung können die Fahrzeuge von Kraftfahrern mit der alten Klasse 3 ohne zusätzlichen Führerschein gefahren werden.

Welche Arten von Kleintransportern gibt es?

Die bekannteste Art der Kleintransporter ist der Kastenwagen. Es handelt sich um Nutzfahrzeuge mit einem abgeschlossenen Laderaum - Meist ist eine glatte Ladefläche vorhanden, so dass das Fahrwerk nicht in den Wagen eingelassen ist. Je nach Größe und Radstand sind Ladeflächenlängen von zwei bis vier Metern handelsüblich.

Die Fahrerkabine ist bei diesen Kleintransportern vom Frachtraum abgetrennt und umfasst neben dem Fahrersitz auch eine Bank für zwei Beifahrer. Von einem Modell mit Doppelkabine wird gesprochen, wenn hinter dieser ersten Sitzreihe noch eine weitere Reihe mit zwei bis vier Sitzen eingebaut ist.

Einsatzmöglichkeiten

Kleintransporter bieten vielfältige Einsatzmöglichkeiten. Für die kleinen und mittleren Modelle reicht der europäische Führerschein der Klasse B für den Fahrer aus. Das setzt allerdings voraus, dass die zulässige Gesamtmasse des Fahrzeuges die Grenze von 3,5 Tonnen nicht überschreitet.

Fährt ein Kleintransporter als Gespann, dann darf er die 3,5 Tonnen-Grenze ebenfalls nicht überschreiten. Wiegt der Anhänger ausnahmsweise mehr als 750 kg, dann muss die zulässige Gesamtmasse des Anhängers unter dem Leegewicht des Zugsfahrzeuges liegen.

Kleintransporter als eigene Wagenklasse in der Logistik

Während die Güterlogistik noch immer mit den großen Sattelaufliegern und Drehschemel-Gespannen verbunden wird, spielen Kleintransporter eine immer größere Rolle bei Fuhrunternehmen und logistischen Dienstleistern. Beim Transport von Waren haben die kleineren LKW längst die Rolle des reinen Lieferverkehrs hinter sich gelassen. Getrieben vom Online Handel und individualisierten Warenströmen kommen Kleintransporter heutzutage auch auf mittleren und mitunter langen Strecken zum Einsatz. Dabei können sie durch Flexibilität und Robustheit ihr ganzes Potential voll entfalten. Kleintransporter bieten sich als flexible Alternative zu größeren LKW an.

Auch die Sozialvorschriften und Lenk- und Ruhezeiten gestalten sich auf den Fahrzeugen bis 3,5 Tonnen unternehmerfreundlich. So muss das Fahrzeug nicht unter allem Umständen mit einem Kartengerät oder Tachografen ausgerüstet werden. Da der Gesetzgeber davon ausgeht, dass es sich meist um Fahrten im Lieferverkehr oder andere Gelegenheitsfahrten handelt, sind auch keine klaren Lenk- und Ruhezeiten vorgeschrieben. Dennoch gelten auch für Transporterfahrer Arbeitsschutz und je nach Branche der Tarifvertrag.

Vorteile von Kleintransportern

In den vergangenen Jahren sind vor allem Kleintransporter in der Zwischengröße zwischen 3,5 Tonnen und 7,5 Tonnen Gesamtmasse auf den Markt gekommen. Diese kleinen LKW sind vor allem für den Verkehr in den dicht bebauten Innenstädten geeignet, da sie klein und wendig sind.

Kleintransporter sind inzwischen oft mit einer Ladebordwand ausgestattet. Sie ermöglicht, den Ladeunterschied zwischen Straße und Ladefläche bequem und mit wenig Muskelkraft auch mit Rollwagen, Hubwagen oder anderen Geräten zu überwinden. Kleintransporter, die ein solche geschlossenes Transportsystem aufweisen, werden als Kofferaufbau bezeichnet. Neben Lieferwagen und Kofferaufbau sind zahlreiche Spezialaufbauten und teilweise auch Mischformen in vielen Ausstattungsvarianten erhältlich.

Ein weiterer Vorteil der Kleintransporter ist die Geschwindigkeit. So lange sie unterhalb der Grenze von 7,5 Tonnen liegen, dürfen sie auf der Autobahn die gleichen Geschwindigkeiten wie PKW erreichen und auf Landstraßen 100 Stundenkilometer schnell fahren. Auch die LKW-Überholverbote auf zahlreichen vierspurigen Bundeautobahnen gelten für sie nicht. Nacht-, Ferien- und Sonntagsfahrverbote greifen ebenfalls erst ab einem Gesamtgewicht von 7,5 Tonnen. Damit schlagen Kleintransporter ihren großen Brüdern immer wieder ein Schnippchen und werden besonders gerne für Kurierdienst-Fahrten eingesetzt.

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