Was ist ein Kofferaufbau?

Was ist ein Kofferaufbau?


Für die verschiedenen Transporte werden auch die verschiedensten Fahrzeugarten benötigt. Im Logistik-Lexikon stellen wir deshalb neben den verschiedenen Fachbegriffen auch konkrete Fahrzeugtypen vor. Heute ist der Kofferaufbau dran.

Der Begriff Kofferaufbau steht für einen LKW mit einem bestimmten Verladetyp, der von seiner geraden Form und der rechteckigen Bauweise her an einen Koffer erinnert. Der kastenförmige Verlader ist mit dem Chassis verbunden und kippbar; ein Übergang zum Führerraum besteht in der Regel nicht.

Der Kofferaufbau ist der klassische und immer noch sehr häufige Typ eines Lastkraftwagens, der auch meist direkt mit dem Lastwagen assoziiert wird. Würde man Kinder darum bitten, einen LKW zu zeichnen, so würden diese allesamt einen LKW vom Typ Kofferaufbau zeichnen.

Der Verlader ist bei manchen Typen, wie bei dem Container, austauschbar. In einem solchen Fall spricht man vom Wechselkoffer. Sind Verlader und Führerhaus miteinander verbunden, spricht man von einem Kastenwagen. Dieser ist aber aufgrund der fehlenden Kippung des Verladers in Deutschland weitgehend außer Gebrauch gekommen und kommt nur noch bei kleineren Lastwagen, den sogenannten Kleintransportern, vor.

Bauweise eines Kofferaufbaus

Der kastenförmige Verlader besteht aus festen Wänden und ist in sich geschlossen. Ein Zugang zum Kasten besteht meistens über eine Tür hinten am Verlader. Dieser LKW-Typ enthält einen stählernen Leiterrahmen. Das Material der Wände ist sehr stabil und überwiegend aus Holz, Aluminium oder Kunststoff.

Der Umstand, dass dieser Fahrzeugzyp das Fahrgestell kippen kann, wird über eine spezielle Kippvorrichtung gewährleistet, die in der Lage ist, den Verlader nach vorne hin anzuheben. Der Inhalt wird dabei nach hinten hinaus entleert, weswegen die Hinterwand beim Kofferausbau natürlich zu öffnen ist. Ansonsten kann der Inhalt auch manuell entnommen und weiter transport werden.

Da der Fokus des Baus auf den Lastentransport hin ausgelegt wurde, ist die Führerkabine im Vergleich zum Verlader auffallend schmal. So findet neben dem Fahrer meist nur ein noch ein Beifahrer neben dem Fahrer Platz.

Typischer Einsatzzweck

Der Kofferaufbau ist gut zum Transport großer und auch hoher Lasten geeignet. Aufgrund seines geschlossenen Aufbaus und seiner damit einhergehenden Isolierung findet der Kofferaufbau als Kühlwagen Verwendung. Der Kühlwagen besteht zusätzlich aus einem Kühlaggregat und besonders stabilen und dichten Wänden. Der zusätzliche Vorteil der Kippverwendung läßt den Kofferaufbau gut für den Abtransport von Müll oder als Container nutzen.

Vorteile des Kofferaufbaus

Als Vorteile bestechen bei diesem Aufbau die Möglichkeit, große und hohe Lasten sicher über weite Strecken zu transportieren. Nicht nur sind die Güter während der Fahrt vor dem Herausfallen gut geschützt; gut geschützt sind sie aufgrund der massiven Wände auch vor Witterung und Diebstahl.

Der Kofferaufbau ist ein sehr flexibles Modell, da der Verlader austauschbar ist, sodass der Kofferaufbau vielseitig verwendbar ist.

Ein weiterer Vorteil von diesem Fahrzeugtyp besteht in der enthaltenen Kippvorrichtung, welche die wesentlich schnellere Entladung bestimmter Materialien wie z. B. große Müllbestände am Zielort ermöglicht. Die stabile Konstruktion ermöglicht zudem den Transport von Waren mit bestimmten Anforderungen wie z. B. von Kühlwagen, kann aber auch gut zum Transport von Tieren verwendet werden.

Auch können durch den Grundausbau spezielle Konstruktionen wie Regalsysteme und Hängevorrichtungen für besondere Aufträge verwendet werden. Die einfache und zweckmäßige Bauweise erweist sich zudem im Falle von Reparaturen als Vorteil, da diese schneller und kostengünstiger durchgeführt werden können. Zudem sind die Produktionskosten und damit auch die Anschaffungskosten in Relation zu ihrem Nutzen recht niedrig.

Nachteile des Kofferaufbaus

Nachteile des Kofferaufbaus sind hingegen, dass er nicht für alle Güterarten verwendet werden kann, was allerdings kein spezieller Nachteil ist, da dies wohl kein LKW-Typ von sich behaupten kann.

Die, abgesehen vom Faltwandkoffer, fehlende Öffnung der Seitenwände des Verladers lässt zudem nur eine Verladung von der hinteren Seite zu.

Da er mehr wiegt als ein LKW mit Pritsche oder Plane, ist seine Nutzlast geringer. Das hohe Gewicht und seine meist stattliche Größe lassen diesen Fahrzeugtyp zudem gerade innerhalb von Städten schwerer fahren.

Lademeter und zulässiges Gesamtgewicht

Das zulässige Gesamtgewicht eines Zweiachsers beträgt in Deutschland 18 Tonnen, bei einem Dreiachser sind dies 25t ohne und 26t mit Luftfederung. Bei einem Vierachser mit dem Achsenverhältnis 3:1 sind dies 35t ohne und 36t mit Luftfederung, bei einem Vierachser mit dem Achsenverhältnis 2:2 sind dies generell 36t.

Zur Berechnung des Lademeters gilt bei Flächen die Formel: (Länge x Warenbreite in m) / 2,4m. Bei der Raumberechnung der Ware lautet die Formel: Länge x Innenbreite x Innenhöhe jeweils in m. Die Norm ist dabei eine Ware mit den Maßen 1m x 2,4m x 2,4m.

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Geschrieben von: Webredaktion

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